Jugendbeteiligung, Demokratie und Zusammenhalt in Neubrandenburg – Vanessa Freund
Jugendbeteiligung, Demokratie und Zusammenhalt
Mitreden, mitgestalten und politische Entscheidungen aus der Perspektive junger Menschen verbessern.
Demokratie lebt davon, dass Menschen ihre Interessen äußern können und erleben, dass Beteiligung einen Unterschied macht. Das gilt nicht erst ab dem Erwachsenenalter. Kinder und Jugendliche nutzen Schulen, Busse, Sportanlagen, Parks und öffentliche Räume jeden Tag. Sie erleben sehr unmittelbar, was in einer Stadt gut funktioniert und was verbessert werden könnte.
Vanessa Freund betont in ihrer Kandidatenkommunikation, dass junge Menschen und Frauen stärker gehört und vertreten werden sollen. Sie wirbt außerdem dafür, Anliegen, Sorgen und Ideen direkt an sie heranzutragen. Damit passt Jugendbeteiligung zu ihrem politischen Ansatz, auch wenn nicht jede konkrete Ausgestaltung eines Beteiligungsformats automatisch ihre persönliche Position darstellt.
Neubrandenburg hat neue Beteiligungsstrukturen geschaffen
Die Vier-Tore-Stadt hat ihre Kinder- und Jugendbeteiligung in den vergangenen Jahren ausgebaut. Nach aktuellen Angaben existiert inzwischen ein neu gegründeter Kinder- und Jugendbeirat. Er soll die Interessen junger Menschen gegenüber Politik und Verwaltung vertreten.
Junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren, deren Alltag in Neubrandenburg stattfindet, können sich beteiligen. Der Beirat besteht aus bis zu 20 Mitgliedern und soll mindestens einmal pro Quartal zusammenkommen. Besonders wichtig ist, dass er nicht nur beratend außerhalb der politischen Strukturen arbeitet. Nach Angaben der Stadt besitzt er ein offizielles Rede- und Antragsrecht in den zuständigen Ausschüssen der Stadtvertretung.
Beteiligung muss Wirkung entfalten
Ein Beirat allein garantiert noch keine erfolgreiche Jugendbeteiligung. Entscheidend ist, ob junge Menschen tatsächlich erleben, dass ihre Vorschläge geprüft, diskutiert und nachvollziehbar beantwortet werden. Beteiligung kann enttäuschen, wenn sie nur symbolisch bleibt.
Deshalb braucht es klare Verfahren. Welche Themen können Jugendliche einbringen? Wie schnell erhalten sie Rückmeldungen? Welche Unterstützung bekommen sie bei komplizierten Verwaltungsabläufen? Wie werden Entscheidungen erklärt, wenn ein Vorschlag nicht umgesetzt werden kann? Solche Fragen bestimmen, ob Beteiligung als ernst gemeint wahrgenommen wird.
Junge Menschen kennen ihren Alltag
Die Stadt selbst nennt Beispiele wie Skateparks, Busverbindungen und Angebote für junge Menschen. Genau hier liegt der Wert von Beteiligung. Erwachsene Entscheider können gute Absichten haben, aber Jugendliche erleben ihre Umgebung aus einer anderen Perspektive.
Ein Schulweg, eine Bushaltestelle, ein Treffpunkt oder ein Sportangebot wird von jungen Menschen regelmäßig genutzt. Ihre Erfahrungen können deshalb wichtige Informationen liefern. Beteiligung ist nicht nur demokratische Bildung, sondern kann politische Entscheidungen fachlich verbessern.
Demokratische Erfahrung beginnt vor der Wahlurne
Politische Bildung wird besonders wirksam, wenn Menschen Demokratie praktisch erleben. Wer einen Antrag entwickelt, andere überzeugen, Kompromisse finden und eine Entscheidung nachvollziehen muss, lernt mehr über demokratische Prozesse als durch reine Theorie.
Der Kinder- und Jugendbeirat kann deshalb auch ein Lernort sein. Junge Menschen erfahren, dass politische Entscheidungen Zeit benötigen, unterschiedliche Interessen berücksichtigen müssen und nicht jede Forderung vollständig umgesetzt werden kann. Gleichzeitig lernen Politik und Verwaltung, jungen Perspektiven zuzuhören.
Beteiligung und Vertrauen
Demokratie braucht Vertrauen. Dieses entsteht nicht allein durch Wahlkämpfe. Menschen müssen auch zwischen Wahlen nachvollziehen können, wie Entscheidungen zustande kommen und wo sie Einfluss nehmen können.
Gerade lokale Politik bietet dafür gute Voraussetzungen, weil Entscheidungen sichtbar werden. Ein Spielplatz, eine Busverbindung oder ein öffentlicher Platz sind unmittelbar erfahrbar. Wenn Beteiligung hier funktioniert, kann das Vertrauen in demokratische Verfahren stärken.
Zusammenhalt bedeutet unterschiedliche Generationen
Jugendbeteiligung darf nicht gegen die Interessen älterer Menschen ausgespielt werden. Eine Stadt besteht aus verschiedenen Generationen, und gute Politik muss deren Bedürfnisse miteinander verbinden. Junge Menschen brauchen Freiräume und Perspektiven, Familien verlässliche Infrastruktur und ältere Menschen barrierearme Angebote sowie soziale Sicherheit.
Zusammenhalt entsteht dort, wo unterschiedliche Gruppen miteinander statt nur übereinander sprechen. Beteiligungsformate können dabei helfen, Perspektiven sichtbar zu machen.
Von der Kommune zum Land
Der Kinder- und Jugendbeirat ist ein kommunales Gremium. Eine Landtagsabgeordnete arbeitet dagegen auf Landesebene. Dennoch können Erfahrungen aus kommunaler Beteiligung wichtig sein. Landesgesetze und Förderprogramme beeinflussen viele Bereiche, die Jugendliche direkt betreffen: Schule, Nahverkehr, Kultur, Sport und Jugendarbeit.
Die Frage an Vanessa Freund lautet deshalb auch, wie sie Anliegen aus Neubrandenburg nach Schwerin transportieren würde. Beteiligung ist besonders glaubwürdig, wenn zwischen kommunaler und landespolitischer Ebene Rückkopplung entsteht.
Jugendbeteiligung und Zukunft der Region
Neubrandenburg möchte junge Menschen als Studierende, Auszubildende und Fachkräfte in der Region halten. Dazu müssen junge Menschen jedoch auch das Gefühl haben, dass die Stadt ihre Bedürfnisse ernst nimmt. Beteiligung ist deshalb mit Standortpolitik verbunden.
Wer sich mit einer Stadt identifiziert, dort soziale Kontakte, Mitsprache und berufliche Perspektiven erlebt, entwickelt eher Bindung. Natürlich entscheidet niemand allein wegen eines politischen Beirats über seinen Wohnort. Aber Beteiligung kann Teil einer Kultur sein, die jungen Menschen signalisiert: Deine Perspektive gehört dazu.
Was ist belegt?
Kommunaler Fakt
Neubrandenburg verfügt über einen Kinder- und Jugendbeirat mit bis zu 20 Mitgliedern sowie Rede- und Antragsrechten in zuständigen Ausschüssen.
Politische Frage
Wie Vanessa Freund diese Beteiligung auf Landesebene ergänzen und Anliegen junger Menschen in den Landtag tragen möchte, bleibt ausdrücklich eine Frage an sie.
Die zehnte Frage schließt den Kreis
Die vorherigen neun Themen dieser Serie betreffen Bildung, Wohnen, Mobilität, Gesundheit, Arbeit, Hochschule, Gleichstellung, Familien und Klimaschutz. Jugendliche und junge Erwachsene sind von allen diesen Themen betroffen. Deshalb ist Beteiligung ein sinnvoller Abschluss.
Politik für einen Wahlkreis sollte nicht nur für Menschen gemacht werden, sondern möglichst auch mit ihnen. Das gilt für Schülerinnen und Schüler ebenso wie für Familien, Beschäftigte, Seniorinnen und Senioren, Vereine und Unternehmen. Unterschiedliche Perspektiven können politische Entscheidungen komplizierter machen – aber auch besser.
FAQ
Gibt es in Neubrandenburg einen Kinder- und Jugendbeirat?
Ja. Die Stadt führt ihn inzwischen als offizielles Gremium der Kinder- und Jugendbeteiligung.
Wer kann sich beteiligen?
Nach Angaben der Stadt richtet sich das Angebot an junge Menschen zwischen 12 und 21 Jahren, die in Neubrandenburg wohnen, zur Schule gehen oder deren Alltag dort stattfindet.
Welche Rechte besitzt der Beirat?
Er verfügt laut Stadt über offizielles Rede- und Antragsrecht in den zuständigen Ausschüssen der Stadtvertretung.
Ist der Beirat ein Projekt Vanessa Freunds?
Nein. Er ist eine kommunale Struktur der Vier-Tore-Stadt. Die Kampagne nutzt ihn als aktuelles regionales Beispiel für die Frage nach Jugendbeteiligung.
Quellen
Vier-Tore-Stadt Neubrandenburg:
Kinder- und Jugendbeteiligung und Kinder- und Jugendbeirat
Vanessa Freund:
Meine Themen
Jugend & Zusammenhalt
Mitreden und mitgestalten: Demokratie wird besonders glaubwürdig, wenn Beteiligung nachvollziehbare Wirkung entfalten kann.

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