Hochschule, Ausbildung und Fachkräfte in Neubrandenburg – Vanessa Freund
Hochschule, Ausbildung und junge Fachkräfte in Neubrandenburg halten
Studieren und lernen in Neubrandenburg – und danach eine berufliche Perspektive in der Region finden.
Junge Menschen entscheiden mit ihren Bildungs- und Berufswegen über die Zukunft einer Region. Wer zur Ausbildung oder zum Studium kommt, kann später als Fachkraft, Unternehmerin, Unternehmer oder engagiertes Mitglied der Stadtgesellschaft bleiben. Wer dagegen keine passende Perspektive findet, zieht häufig weiter. Für Neubrandenburg ist deshalb die Verbindung zwischen Bildung und Arbeitsmarkt besonders wichtig.
Vanessa Freund nennt die Stärkung Neubrandenburgs als Wirtschafts- und Hochschulstandort ausdrücklich als politischen Schwerpunkt. Damit ist das Thema direkt mit ihrer Kandidatur verbunden. Gleichzeitig ist es eine regionale Zukunftsfrage: Wie gelingt es, Wissen und junge Talente nicht nur auszubilden, sondern langfristig in der Region zu halten?
Die Hochschule ist ein Standortvorteil
Neubrandenburg gehört zu den Hochschulstandorten Mecklenburg-Vorpommerns. Die Hochschule bringt Studierende, Lehrende, Forschung und neue Ideen in die Stadt. Sie bietet damit nicht nur Bildung, sondern wirkt auch wirtschaftlich und gesellschaftlich.
Im Juni 2026 meldete die Hochschule einen aktuellen Erfolg: Im Digital Campus Index 2026 erreichte sie bundesweit Platz vier. An der Erhebung beteiligten sich 179 Hochschulen. Grundlage war eine Befragung von mehr als 18.000 Studierenden. Bewertet wurden unter anderem digitale Services, Lernplattformen, Kompetenzen in der Lehre und die Nutzung digitaler Angebote.
Das Ergebnis ist kein Beleg dafür, dass alle Herausforderungen eines Hochschulstandortes gelöst wären. Es zeigt aber eine aktuelle Stärke, die Neubrandenburg im Wettbewerb um Studierende sichtbar machen kann.
Nach dem Studium beginnt die Standortfrage
Für die Stadt ist entscheidend, was nach dem Abschluss passiert. Finden Absolventinnen und Absolventen passende Arbeitsplätze in der Region? Gibt es Unternehmen, die ihre Qualifikationen benötigen? Können sie sich beruflich weiterentwickeln? Finden sie Wohnraum? Ist Neubrandenburg für Partnerinnen, Partner und Familien attraktiv?
Damit wird aus Hochschulpolitik Standortpolitik. Ein Studienplatz allein bindet einen Menschen nur für einige Jahre. Eine langfristige Bindung entsteht durch Arbeit, soziale Kontakte, bezahlbares Wohnen, Kultur, Mobilität und Familienfreundlichkeit.
Ausbildung ist genauso wichtig wie Studium
Fachkräftesicherung darf nicht auf akademische Bildung reduziert werden. Handwerk, Pflege, Industrie, Verwaltung, Handel und Dienstleistungen benötigen gut ausgebildete Fachkräfte. Viele dieser Berufe basieren auf dualer oder schulischer Ausbildung.
Eine regionale Fachkräftestrategie sollte deshalb Hochschule und Ausbildung gemeinsam betrachten. Schülerinnen und Schüler brauchen Orientierung über berufliche Möglichkeiten. Betriebe müssen attraktive Ausbildungsplätze anbieten. Berufliche Schulen benötigen geeignete Bedingungen. Und junge Menschen sollten sehen können, dass sich auch außerhalb eines Hochschulstudiums gute berufliche Perspektiven in der Region eröffnen.
Unternehmen und Bildungseinrichtungen verbinden
Kooperationen können Übergänge erleichtern. Praktika, duale Angebote, gemeinsame Forschungsprojekte, Abschlussarbeiten mit regionalen Unternehmen oder frühzeitige Berufsorientierung können dazu beitragen, dass junge Menschen regionale Arbeitgeber kennenlernen.
Gerade kleinere und mittlere Unternehmen verfügen nicht immer über dieselbe Sichtbarkeit wie große Konzerne. Netzwerke zwischen Hochschule, Wirtschaft und öffentlichen Einrichtungen können helfen, Karrierewege in der Region bekannter zu machen.
Frauen und junge Familien besonders im Blick
Vanessa Freund verbindet ihre Standortpolitik ausdrücklich mit Gleichstellung. Das ist für die Fachkräftedebatte relevant. Wenn gut ausgebildete Frauen beruflich weniger Entwicklungsmöglichkeiten sehen oder Familie und Karriere schwer vereinbaren können, verliert eine Region wertvolles Potenzial.
Familienfreundliche Arbeitsbedingungen, Kinderbetreuung und gleiche Karrierechancen können deshalb auch Instrumente der Fachkräftesicherung sein. Gleichstellung ist in diesem Zusammenhang nicht nur gesellschaftspolitisches Ziel, sondern Teil moderner Standortpolitik.
Wohnraum und Mobilität entscheiden mit
Eine attraktive Stelle allein reicht nicht immer aus. Junge Erwachsene brauchen Wohnraum, gute Verkehrsverbindungen und Freizeitmöglichkeiten. Wer regelmäßig nach Berlin oder in andere Städte fahren möchte, bewertet die Bahnverbindung. Wer eine Familie gründet, interessiert sich für Kita und Schule. Wer medizinische Versorgung benötigt, achtet auf entsprechende Angebote.
Damit wird sichtbar, warum die Themen dieser Serie bewusst zusammenhängen. Hochschule und Ausbildung können nicht isoliert von Wohnen, Wirtschaft, Mobilität und Familienpolitik betrachtet werden.
Was kann Landespolitik beitragen?
Hochschulen sind ein klassisches landespolitisches Feld. Das Land beeinflusst Finanzierung und Rahmenbedingungen. Auch berufliche Bildung, Wirtschaftsförderung und regionale Entwicklung besitzen landespolitische Komponenten. Eine Kandidatin für den Landtag sollte deshalb konkret erläutern können, welche Instrumente sie einsetzen möchte.
Die entscheidende Frage lautet nicht nur, ob man Fachkräfte „halten“ möchte. Entscheidend ist, wie. Welche Investitionen braucht die Hochschule? Wie werden Unternehmen eingebunden? Wie unterstützt man Gründungen? Welche Rolle spielt die berufliche Bildung? Wie erleichtert man den Übergang in regionale Beschäftigung? Hier beginnt die konkrete politische Debatte.
Fakten und offene Fragen
Belegt
Vanessa Freund möchte Neubrandenburg als Wirtschafts- und Hochschulstandort stärken. Die Hochschule erreichte 2026 Platz vier im Digital Campus Index.
Offen
Welche konkreten Hochschul-, Ausbildungs- und Fachkräfteprogramme Vanessa Freund im Landtag priorisieren würde, wird als Frage behandelt.
FAQ
Welchen Platz erreichte die Hochschule im Digital Campus Index 2026?
Bundesweit Platz vier bei 179 beteiligten Hochschulen.
Warum ist die Hochschule für Wirtschaft wichtig?
Sie bildet Fachkräfte aus, ermöglicht Forschung und kann über Kooperationen Innovation und Unternehmensentwicklung unterstützen.
Warum wird Ausbildung mit einbezogen?
Weil viele für die Region zentrale Berufe über berufliche Ausbildung und nicht über ein Hochschulstudium erschlossen werden.
Was ist die Kernfrage?
Wie aus Bildung und Ausbildung langfristige berufliche Perspektiven in Neubrandenburg entstehen.
Quellen
Eine Region gewinnt dann, wenn junge Menschen hier nicht nur lernen, sondern auch eine Zukunft aufbauen können.

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